Hand aufs Herz: Was hat das große Thema „Glücklichsein“ eigentlich mit einem Nervenstrang in unserem Körper zu tun?
Lange Zeit hätte ich gesagt: „Nicht viel.“
Doch manchmal gibt es diese Momente, in denen es Klick macht. In denen sich fachliches Wissen und persönliche Erfahrung plötzlich zu einem großen Ganzen fügen. Genau so einen Moment hatte ich kürzlich, als ich eine wissenschaftliche Abhandlung mit Harald Lesch sah.
Heute möchte ich eine sehr persönliche Geschichte mit dir teilen. Es geht darum, wie ich eine Verbindung zwischen Wissenschaft und meinem eigenen Leben fand – und warum das Autogene Training für mich weit mehr ist als nur „Entspannung“. Es ist mein Schlüssel zum Glücklichsein.
Ein Aha-Erlebnis vor dem Fernseher
Es begann alles mit einer Sendung über das Thema „Glück“. Ein namhafter Wissenschaftler wurde von Harald Lesch interviewt. Er berichtete über faszinierende Studien und Statistiken, doch eine Sache ließ mich aufhorchen – besonders aus meiner fachlichen Sicht als Trainer.
Sie sprachen über neue Ansätze in der Therapie von Depressionen. Forscher hatten bei einer Patientin eine erstaunliche Beobachtung gemacht: Durch eine sanfte Elektrostimulation der Haut im Bereich des Ohres konnte der Vagus-Nerv stimuliert werden.
Warum ist das so wichtig? Weil dieser Nerv eine direkte Standleitung zu jenem Hirnareal hat, in dem unsere Glücksgefühle verarbeitet werden. Die Forscher bremsten die Euphorie zwar etwas und betonten, dass bis zu einer breiten Therapie noch Jahre vergehen könnten. Aber in meinem Kopf begann es zu rattern.


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Der Vagus-Nerv: Unsere Datenautobahn
Mir fiel sofort meine Ausbildung wieder ein. Der Vagus-Nerv (der 10. Hirnnerv) ist der „Boss“ unseres parasympathischen Nervensystems – also unseres Ruhe-Nervs. Er fungiert als gewaltige Schnittstelle, eine Art Datenautobahn zwischen Gehirn und Organen, die ununterbrochen arbeitet, um unseren Körper im gesunden Gleichgewicht zu halten.
Und genau hier schloss sich für mich der Kreis zum autogenen Training.
Ich fragte mich: Müssen wir wirklich warten, bis Maschinen unseren Vagus-Nerv elektrisch stimulieren? Oder haben wir das Werkzeug längst selbst in der Hand?
Stress vs. Glück: Der biologische Schalter
Wenn wir unter Strom stehen, übernimmt bekanntlich der Sympathikus das Ruder. Wir sind im „Angriff- oder Fluchtmodus“. Die Muskeln spannen sich an, Adrenalin flutet den Körper, das Herz rast. Seien wir ehrlich: In diesem Zustand ist an „Glücklichsein“ nicht zu denken. Der Körper ist auf Überleben programmiert, nicht auf Genießen.
Doch was passiert, wenn ich mein autogenes Training mache? Ich schließe die Augen. Ich lasse die Muskeln los. Ich konzentriere mich auf Schwere und Wärme. Genau in diesem Moment passiert physiologisch das Wunder: Ich lege den Schalter um.
Herzfrequenz und Atmung beruhigen sich.
Durchblutung in Haut und Verdauungsorganen wird gefördert (erinnerst du dich an meinen Artikel zur Sonnengeflechts-Übung?).
Adrenalin wird abgebaut.
Das bedeutet: Beim autogenen Training findet genau jene Nerven-Umschaltung auf den Parasympathikus statt. Und da der Vagus-Nerv der Hauptnerv des Parasympathikus ist, stimulieren wir ihn durch unsere Gedankenkraft ganz natürlich – genau dort, wo das Experiment im Fernsehen künstlich ansetzen wollte.
Warum ich das mit voller Überzeugung sage
Ich schreibe das hier nicht nur als Theorie. Ich schreibe das, weil ich es gefühlt habe.
Es gab eine Zeit vor vielen Jahren, da ging es mir psychisch und körperlich sehr schlecht. Das „Glück“ fühlte sich an wie ein ferner Planet, den ich nicht erreichen konnte. In dieser Phase habe ich mit dem autogenen Training angefangen. Ich habe es nicht nur geübt, ich habe es zu meinem Anker gemacht und perfektioniert.
Schon nach wenigen Wochen spürte ich eine Veränderung. Es war nicht nur die körperliche Entspannung. Es war, als würde sich ein grauer Schleier lüften. Ich fühlte mich deutlich besser, stabiler – und ja, einfach glücklicher als zuvor.
Ähnliches berichten mir immer wieder Teilnehmer meiner Entspannungskurse. Wenn die Anspannung abfällt, entsteht Raum für positive Gefühle. Deshalb ist meine feste Überzeugung: Autogenes Training ist aktives Glücks-Training.


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Ein kleines Geschenk der Dankbarkeit zum Schluss
In der besagten Sendung mit Harald Lesch fiel noch ein weiterer Satz, der mich berührte: „Dankbarkeit ist ein wesentlicher Faktor zum Glücklichsein.“
Das habe ich mir zu Herzen genommen. Seitdem habe ich meine eigene Praxis des autogenen Trainings um ein kleines Ritual erweitert. Ganz am Ende meiner Übung, wenn ich tief entspannt bin und bevor ich die Augen öffne, formuliere ich innerlich diesen Satz:
„Ich danke für diese wohltuende Ruhe.“
Vielleicht magst du das beim nächsten Mal auch ausprobieren?
Wie geht es dir damit?
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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und fachlichen Beobachtungen. Bei anhaltenden depressiven Verstimmungen oder psychischen Erkrankungen ersetzt Entspannungstraining keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann diese aber oft wunderbar unterstützen.





